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Jeanne Calment

Jeanne Calment blühte nochmals richtig auf, als sie 115-jährig zu ihrem langen Leben interviewt wurde. Damit wurden alle Zweifel an ihrem hohen Alter beseitigt und so galt Frau Calment bei ihrem Tod 1997 mit 122 Jahren als die zweifelsfrei älteste Person der Welt, die jemals gelebt hatte.

Später Ruhm zu Lebzeiten wirkt für die Betroffenen oftmals wie eine Last, wenn sie ins ungewohnte Rampenlicht gerückt werden. Nicht so für Jeanne Calment. Denn als sie bei einer Erfassung von über hundertjährigen Franzosen 1990 115-jährig als die älteste noch lebende Französin in Frage kam, bedurfte es zur Verifizierung ihres Alters nicht nur der Überprüfung einer Vielzahl von Urkunden. Mangels übelebender Zeitzeugen mußte auch ein Interview mit Jeanne Calment geführt werden. Dabei wurden nicht nur ihre kommunikativen Fähigkeiten, wie das Hören und Sprechen, reaktiviert, die im Alter mangels Gesprächspartner oftmals verschüttet gehen, sondern trotz nahezu vollständiger Erblindung auch ihr Witz und Charm. Dieses im Auftrag einer gerontologischen Forschungsstiftung durchgeführte Interview war der Ausgangspunkt einer Reihe von Treffen mit regem Austausch, die über die sachliche Ebene des Fakten-Sammelns hinaus zum Kennenlernen der hinter der bloßen Zahl 115 stehenden Persönlichkeit führten. Als sie sieben Jahre später 1997 mit 122 Jahren und 164 Tagen verstarb, waren nicht nur alle Zweifel zu ihrem Alter beseitigt, sondern sie stellte den bislang höchsten Altersrekord weltweit auf.

Jeanne Calments langes Leben

Jeanne Louise Calment, durch die Franzosen in Anlehnung an Jeanne d´Arc auch liebevoll Jeanne d´Arles genannt, gewährte gerne einen Einblick in ihr Leben, das sie trotz einiger Schicksalsschläge als ein überdurchschnittlich glückliches bezeichnete. Sie wurde am 21. Februar 1875 in Arles geboren und verstarb nach 122 Jahren und 164 Tagen. Folgende Angaben geben einen kurzen Überblick über ihr Leben.

- als Kind quirlig, lebendig, neugierig, lebenshungrig, durch Vater gezügelt
- 1888 traf sie Vincent van Gogh im Laden ihres Onkels und erlangte deswegen 100 Jahre später (!)
  bereits einige Bekanntheit, die zu einen Kurzauftritt im Film „Vincent et moi" (1990) führte
- bis 16 Schule
- danach gemalt und musiziert
- mit 21 wohlhabenden Cousin ersten Grades geheiratet, der ein florierendem Geschäft betrieb
- 1898: Tochter Yvonne (1934 an Lungenentzündung verstorben)
- 1942: Ehemann an giftigen Kirschen gestorben
- 1963: Enkel Frédéric (* 1926) bei Verkehrsunfall gestorben
- 1965 verkaufte sie ihre Wohnung gegen lebenslange Leibrente an einen 47-jährigen Rechtsanwalt, der mit dem baldigen Ableben der 90-Jährigen rechnete, wodurch die Wohnung an ihn fiele. Er starb allerdings 1995 77-jährig vor ihr, und hatte nicht weniger als das Zweifache des Wohnungswertes gezahlt. Vielmehr mußte noch seine Familie ab sofort für die Leibrente aufkommen.
- 1985, 110-jährig, kam sie in ein Altersheim in Arles (somit nur 3 Wohnorte im Leben)

Erklärungsversuche

a) Französisches Paradoxon

Um Jeanne Calments langes Leben zu erklären gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Zum einen könnte Sie als ein Paradebeispiel für das französische Paradoxon genannt werden, womit gemeint ist, dass trotz hohen Fettkonsums und ungesunden Lebensstils (Rauchen) insbesondere Südfranzosen wenige Herz-Kreislauf-Krankheiten und ein langes Leben aufweisen. Auf Jeanne Calments Speiseplan, den sie mehr oder weniger als das bezeichnete, was sie in ihrer Familie auf den Tisch gestellt bekam, beinaltete übereinstimmend mit den angenommenen Gründen für das französische Paradoxon, viel Olivenöl und Rotwein. In beiden Lebensmitteln sind jede Menge gesundheitsfördernder Wirkstoffe enthalten bzw. diese werden vermutet. Aber auch viel Gemüse und Knoblauch und nicht zuletzt die Schokolade, die Jaenne Calment so sehr mochte (sie trank im Schulalter Kakau zum Frühstück und aß in den letzen Lebensjahren bis zu 1 kg Schokolade in der Woche), sind als gesundheitsfördernd bekannt. Bei Rotwein bevorzugte Jeanne den Portwein, bei dem sie sich sehr wählerisch zeigte, wenn ihr ein Jahrgang nicht zusagte. Olivenöl wurde bei ihr auch "zweckentfremdet", denn sie rieb nach eigener Aussage damit regelmäßig ihre Haut ein. All dies war anscheinend geeignet, nicht nur ihre Laster zu kompensieren, sie gönnte sich bis ins hohe Alter bis zu zwei Zigaretten am Tag, sondern ihr das Erleben der größtmöglichen Lebensspanne zu ermöglichen. Freilich darf die Frage aufgeworfen werden, ob sie nicht noch länger ohne das Rauchen gelebt hätte, zudem sie aufs Rauchen zurückzuführende Hustenanfälle qäulten.

b) Günstige Lebensumstände und Lebensführung

Obwohl Jeanne Calment die Vorzüge eines materiell abgesicherten Lebens ohne Arbeit genießen durfte, so war sie dennoch alles andere als nicht ausgelastet. Ihre Freizeit, die sie nicht wie viele gelangweilte Vermögende wenigstens durch eine symbolische Arbeit zu unterbrechen gedachte, gestaltete sie äußerst aktiv und sie wußte sich zu vergnügen. Vergnügen bedeutete für sie zuallererst eine sportliche Betätigung. So fuhr sie Rad, spielte Tennis und ging mit ihrem Mann auf Jagd und auf ausgedehnte Wanderungen. Während ihres langen Lebens versuchte sie sich auch im Fechten, Rollschuhfahren und Schlitzschuhlaufen. Auch in ihren letzten Jahren stand Bewegung in Form von Frühgymnatik auf Jeanne Calments Tagesprogramm, und selbst nach mehreren Stürzen mit Brüchen, die so manchen Senioren vom Laufen abhalten, bewegte sie sich flink durch das Altersheim. Erst ein Bruch des Beckens fesselte sie an den Rollstuhl. Überhaupt war sie selbstbestimmt und übernahm in ihrer Umwelt seit je her ein dominante Rolle. Die Entfaltung ihrer männlichen Wesenszüge, wie sie ihre aktive, dominante und teilweise risikofreudige Lebensführung bezeichnete, umfasste auch das moderate Rauchen, das sie im Anschluss an ihre Hochzeit von ihrem Ehemann übernahm. Das Rauchen gab sie jedoch mit 116 Jahren ohne nähere Begründung auf, vermutlich jedoch wegen weit fortgeschrittener Erblindung. Wie auch beim Portwein zeigte sich sich bei der Wahl ihrer Zigaretten und Zigarellos wählerisch, was auf einen gewissen Hang zu Luxus hindeutet.

c) Witz, Charm und optimistische Schicksalsfügung

Nach der „Entdeckung" von Jeanne Calment war ihre Zuneigung zu den an sie Herantretenden  ungleich verteilt. Während sie sensationslustige Journalisten und die Presse teilweise mit zyni- schem Spott übehäufte, die peinlich berührt sie deshalb manchmal als arrogant diffamierten, war sie zu ihren Betreuern und ihren „Entdeckern", den Mitarbeitern der gerontologischen Forschungs- stiftung, offen und charmant. Das dahinterstehende Selbstbewußtsein und die selektive Zuneigung äußerten sich ebenso in ihrer allgemeinen Einstellung dem Leben gegenüber. So legte sie unange- nehme Episoden in ihrem Leben wie der Tod ihrer Tochter und des Enkels unter Schicksal ab, wie sie auch unangenehmen Fragen bei Interviews konsequent auswich. Daher, sie ließ sich weder durch Schicksal noch durch unangenehme Fragen in ihrer Gefühlswelt beirren. Die vermeintliche Schwäche des Verdrängens war aber sicherlich eine ihrer größten Stärken. Von anderer Warte aus betrachtet schenkte Jeanne Calment stets den positiven Aspekten des Lebens mehr Aufmerksam- keit und sie lebte vor, was die antiken Lebensphilosophien unter dem Begriff „aktiver Fatalismus“, also der Annahme und positiven Deutung des Schicksals, als glücksstiftend propagierten. Deutlich wird das in ihrer Bewertung ihres Lebens, das sie als überdurchschnittlich gut bezeichnete. Selbst im trotz aller Vitalität von Gebrechlichkeit gekennzeichneten hohen Alter schätzte sie sich glücklich, machte Witze und lachte viel, was doch für Senioren unüblich ist, die sich eher nach „der guten alten Zeit“ zurücksehnen.

d) Genetische Disposition

Bei diesem Erklärungsansatz wird die Lebenserwartung auf bestimmte, sie bestimmende Gene zurückgeführt. Es sei dahingestellt welche wie auch immer genannten Gene hierfür verantwortlich sein sollten, im Folgenden soll die Verantwortung der Gene als solche diskutiert werden. Für eine besonders günstige genetische Disposition von Jeanne Calment spricht die Lebenserwartung ihrer Vorfahren, die allesamt überdurchschnittlich alt wurden. Angefangen bei ihrem Vater und ihrer Mutter, die 93 bzw. 86 Jahre alt wurden, lassen sich Hinweise finden. Bei einer Untersuchung ihrer direkten Vorfahren bis in das Jahr 1723 kam erstaunliches haraus: 60 % von diesen wurden mindesten 70 Jahre alt; ein damals weit überdurchschnittliches Alter. Auch ihr 10 Jahre jüngerer Bruder erreichte mit 97 Jahren ein sehr hohes Alter. Jedoch steht der These von genetischer Vorzeichnung die Tatsache entgegen, dass die einzigen Nachfahren Jeannes, ihre Tochter und deren Sohn, beide mit 36 Jahren besonders jung starben, und dass außerdem die Zahl der Menschen mit „Calment“ (oder einer Abwandlung) im Familiennamen in Frankreich seit Jeannes Zeiten stark zurückgegangen ist. In Fachsprache ausgedrückt, war eine angenommene Population „Calment“ mit ihrer genetischen Ausstattung nicht sonderlich überlebensfähig. Die Frage nach der Rolle der Gene kann wohl nicht eindeutig beantwortet werden. Jedenfalls ist von einem Gesamtkomplex der vier genannten Erklärungsansätze auszugehen.



Der Text basiert auf folgendem Buch, das einen wunderschönen Einblick in Jeanne Calments Leben gewährt und dessen Geheimnis auf die Spur geht.



Im Film Vincent und ich hat Jeanne Calment einen charmanten Kurzauftritt - im Alter von 114 Jahren! Sie spielt sich selbst, da sie in jungen Jahren Vincent Van Gogh persönlich kennenlernte und dem Mädchen Jo, das Vincent nacheifert, von ihm zu erzählen weiß.

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