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Französisches Paradoxon

Eine Landkarte besonderer Art führt das Ausmaß eines ungewöhnlichen Phänomens vortrefflich vor Augen: Das französische Paradoxon.Wie unschwer zu erkennen ist, herrscht ein markantes Gefälle zwischen dem Nord-Osten und Süd-Westen Europas in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkran- kungen und Frankreich sticht noch einmal positiv hervor. So weisen gem. linker Grafik französische Männer im Alter zw. 45 und 74 Jahren mit bis zu 196 Krankheitsfällen unter 10.000 Einwohnern (dunkelgrün) in etwa eine halb so hohe Anfälligkeit auf, wie beispielsweise Iren mit 348 bis 542 (orange). Ähnliches gilt für Frauen (rechts).[Quelle: http://www.theheart.org/article/842381.do]


Französisches Paradox MännerFranzösisches Paradox Frauen

Das Paradox besteht darin, dass Franzosen nicht als gesundheitsbewußt gelten: Auf ihrem Speiseplan stehen v. a. Fleischgerichte wie Gänseleber oder gebackene Ente, Käse en masse und alles gerne garniert mit fettigen Saucen und gefolgt von süßen Kalorienbomben als Nachspeise. Zudem rauchen sie überdurchschnittlich und trinken viel Alkohol v. a. in Form von Rotwein – und trotzdem sind sie gesünder als ihre Nachbarn, die schlimmstenfalls ähnlich sündigen. Das zeigt sich in einer geringeren Fettleibigkeit, im kleinerem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und schließlich in der hohen Lebenserwartung. Wie schaffen es nun die Franzosen, ihre vermeintlichen Laster zu kompensieren?

Ein Laster, das keines ist: Käse

Franzosen haben eine Vorliebe für Käse in allen Varianten und Sorten. Das erkennt man nicht nur an den zahlreichen Käseläden, sondern auch an der statistischen Tatsache, dass sie in etwa doppelt so viel Käse essen wie Amerikaner (40 vs. 20 Pfund im Jahr). Die damit einhergehende Einnahme von einer Großmenge an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin lässt bei den meisten Ernährungsexperten hinlänglich die Alarmglocken läuten, gilt doch beides als Arterienkiller Nr. 1. Bei näherem Hinsehen gilt dies zwar für die meisten Milcherzeugnisse, nicht jedoch pauschal für Käse. Epidemiologische Erhebungen des Forschers Dr. Serge Renaud von der Universität Bor- deaux lassen tatsächlich keine Korrelation zwischen Käsekonsum und Herzinfarktrisiko erkennen. Den Grund sieht er darin, dass die Fette und das Cholesterin im Käse kaum vom menschlichen Organismus verwertet werden, da sie an das Calcium während des Fermentierungsprozesses gebunden werden. Die Käsesorte und die Menge machen, wie nicht anders anzunehmen, den ausschlaggebenden Unterschied: Ziegenhartkäse beispielsweise ist von vorne herein nicht sonderlich fettig, enthält zudem ungesättigte Fettsäuren und zeichnet sich daher als ein exzellenter Calciumlieferant.


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Ein Laster, das in Wirklichkeit eine Tugend ist: Rotwein

Kaum ein Thema ist unter Ernährungsexperten so umstritten, wie die Frage, ob Alkohol per se gesundheitsschädlich, oder - in Maßen genossen - gar gesund sei. Die Franzosen als ausgesprochene Rotweintrinker scheinen eine klare Antwort parat zu haben. Ja, Alkohol ist gesundheitsförderlich. Und sie bechern solange die Schläuche was hergeben, möchte man meinen:
Spätestens ab dem Mittag steht im Haushalt eine Rotweinflasche offen und sie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit am späten Abend geleert. Und die Wissenschaft gibt ihnen unterm Strich offenbar Recht. Alkohol gilt zwar einerseits zweifelsfrei als pauschal krebserregend und in Übermaßen als akut giftig und die Leber schädigend. Andererseits ist Alkohol erwiesenermaßen günstig für das Herz-Kreislauf-System und das sogar bei großzügigerem Konsum. Rotwein hat nun die besondere Eigenschaft, reichhaltig mit bioaktiven Substanzen ausgestattet zu sein, die aus dem Ausgangsstoff, der Weintraube, stammen. Prominente Vertreter dieser Biostoffe sind v. a. OPC und Resveratrol, die als antioxidativ, entzündungshemmend und ebenso gefäßschützend aber auch als antikarziogen gelten. Letzteres deutet darauf hin, dass die negativen Eigenschaften des Alkohols kompensiert werden können (einzelne Studien unterstellen gar eine krebsvorbeugende Wirkung des Rotweins), während die positiven Effekte weiterhin erhalten bleiben. Da liegt es nahe, Ausschau nach besonders guten Rotweinen im Hinblick auf die Konzentration der Wunderstoffe zu halten. Und in der Tat attestiert der Kreislaufforscher Dr. Roger Corder (William Harvey-Institut, London) für Regionen, wo besonders OPC-haltiger Wein hergestellt wird, eine nochmals erhöhte Lebenserwartung als in anderen Weinregionen. Das gilt insbesondere für das Departement Gers in Südwestfrankreicht, wo die Tannat-Traube angebaut wird, sowie für die Provinz Nuoro in Sardinien, einer anderen Hochburg der Superalten.

Frankreich Lebenserwartung

Überhaupt liegt in den französischen Weinregionen (Süden und Westen Frankreichs) eine höhere Lebenserwartung wie in den übrigen Landesteilen vor (siehe Grafik). Wer die Nachteile des Alkohols umgehen möchte, kann zu OPC-haltigen Weintraubenkapseln greifen.


Tugenden en masse: Frische, Qualität und Vielfalt der Speisen

Ein großes Plus der französischen Esskultur ist die überaus große Vielfalt an Speisen und Zutaten. Eine Hauptmahlzeit besteht sodann aus mehreren Gängen, die den meist fettigen Hauptgang um gesunde Gänge bereichern. ... Zudem ist die Art der Zubereitung des Hauptgangs ebenfalls von Bedeutung: Die Gesundmacher Knoblauch und Olivenöl dienen regelmäßig als Grundlage für Saucen und sind oftmals Bestandteil der Beilage. Hinzu kommt eine große Sorgfalt bei der Wahl der Zutaten im Hinblick auf deren Frische und Qualität. Nicht zuletzt ist die Essensaufnahme selbst hervorzuheben: Mahlzeiten sind eine feste Institution im Tagesablauf. Sie werden mit Genuß und ohne Hektik eingenommen. Die Folge des langsamen Essens ist eine geringere Kalorienaufnahme als in den Fast-Food-Gesellschaften (trotz mehr Fettkonsum), zumal die Portionen kleiner sind (vgl University of Philadelphia). Savoir vivre eben.


Das Buch Die Wein-Diät (in Englisch verfügbar) ist eine vortreffliche Quelle für die besten Weine – hat es doch der Kreislauf- forscher Roger Corder verfasst, welcher den Gehalt von OPC in verschiedenen Weinen ermittelte.
 
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