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WertehaushaltFreiheit verunsichert. Vor allem, wenn die zur Auswahl stehenden Alternativen grenzenlos erscheinen und von allen Seiten her die Aufforderung zu vernehmen ist, man möge doch die Freiheit zur Wahl optimal nutzen. Man lebe schließlich nur ein mal und da sei kein Raum für Fehler. Jedoch liegt der Spaghat zwischen weitreichenden Freiheiten und sinnvoller Selbstbestimmung nicht jedem. Je freier, aufgeklärter und toleranter Menschen sind, desto weniger haben sie, woran sie sich festhalten können und was ihnen dauerhaften Sinn im Leben stiftet. Wie soll man da die optimale Wahl erkennen? Die nicht selten krankmachenden Folgen sind Zweifel, Überforderung, Neid und Enttäuschungen, oftmals trotz scheinbarem Erfolg. Die Antwort kann folgerichtig nur lauten: Erst das Bewußtwerden über das für einen selbst Erstrebenswerte und dessen Verinnerlichung vermag durch den Dschungel des Lebens zu führen und der Freiheit Sinn zu geben. Damit sei eine Absage erteilt an die Verfechter sinnstiftender Zwangsgemeinschaften, die reflexionslose Unterwerfung unter das Diktat eines Heilpredigers oder sonsteine Selbstaufgabe, mit der man sich selbstverantworteten Entscheidungen entledigen wollte. Denn das Bewußtwerden sollte nur aus sich heraus ohne fremde Einflussnahme, höchstens durch Anleitung, erreicht werden. Hinzu tritt die Anerkennung seiner eigenen Voraussetzungen, inwieweit man für das Erstrebenswerte einstehen kann, die eigene Prädisposition. Gemeint ist zuallererst die vertretbare Wahl der Mittel und Wege, mit denen man nicht Gefahr läuft, sich zu übernehmen. Nicht gemeint ist, dass Ideale als Wegweiser aufgrund ungünstiger Begebenheiten aufgegeben werden. So banal wie die Idee ist, das Erstrebenswerte zu ergründen und die daraus erwachsenden Ideale zu verinnerlichen, so schwierig gestaltet sich die Umsetzung dessen. Das Gleiche gilt in Bezug auf die Beachtung der eigenen Voraussetzungen, gegen die allzuoft unbewußt oder fahrlässig gehandelt wird. Zwecks Ergründung und Einprägung des Erstrebenswertes und Vergegenwärtigung der eigenen Prädisposition bietet sich seit jeher die Niederschrift seiner eigenen Gedanken an. Damit wird einerseits das Denken strukturiert und somit ausgewogener, andererseits wird es dokumentiert und gerät nicht in Vergessenheit. Im Idealfalle sollten die wesentlichen Erkenntnisse der Gedankengänge, seien sie im Tagebuch vermerkt oder notgedrungen auf einem Merkzettel gekrizzelt, in einem persönlichen Kodex vermerkt werden. -> vgl. Ansatz der Salutogenese / Kohärenzgefühls |
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