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Freiheit verunsichert. Vor allem, wenn die zur Auswahl stehenden Alternativen grenzenlos erscheinen und von allen Seiten her die Aufforderung zu vernehmen ist, man möge doch die Freiheit zur Wahl optimal nutzen. Man lebe schließlich nur ein mal und da sei kein Raum für Fehler. Jedoch liegt der Spaghat zwischen weitreichenden Freiheiten und sinnvoller Selbstbestimmung nicht jedem. Je freier, aufgeklärter und toleranter Menschen sind, desto weniger haben sie, woran sie sich festhalten können und was ihrem Leben Sinn verleiht. Wie soll man da überzeugende Etscheidungen treffen? Die nicht selten krankmachenden Folgen sind Zweifel, Überforderung, Neid und Enttäuschungen, oftmals trotz scheinbarem Erfolg.

Die Antwort kann folgerichtig nur lauten: Es gilt, selbst die Pfeiler einzuschlagen, die einem Halt und Orientierung im Leben geben. Das sind zuallererst Werte, Ziele und Ideale, hinter denen man steht, und die wie Leitsterne den Weg weisen. Deren Ergründung und Verinnerlichung ist sicherlich kein banales Unterfangen, sondern erfodert individuelle Arbeit. Auf sich allein gestellt muss man freilich nicht sein. Philosophische Lehren der Lebenspraxis oder aufgeklärte religiöse Strömungen können Ausgangspunkt der Sinnfindung sein. Es sei aber eine Absage erteilt an die unreflektierte Unterwerfung unter irgendwelche Heilslehren und deren Prediger, weil man nur durch die bewußte Auseinandersetzung die notwendige Überzeugung gewinnen kann. 

Zudem bietet sich seit jeher die Niederschrift seiner eigenen Gedanken an, um Ordnung und Sicherheit hinsichtlich eigener Wertvorstellungen zu bekommen. Im Idealfalle sollten die wesentlichen Erkenntnisse der Gedankengänge, seien sie im Tagebuch vermerkt oder notgedrungen auf einem Merkzettel gekrizzelt, in einem persönlichen Kodex vermerkt werden, wie es etwa Marc Aurel in seinen Selbstbetrachtungen tat. Inwieweit man gehen will, für das Erstrebenswerte auch tatkräftig einzustehen bzw. wo man die eigenen Grenzen sieht, sollte auch gut durchdacht werden, damit man sich nicht übernimmt. Nicht gemeint ist, dass Ideale als Wegweiser aufgrund ungünstiger Begebenheiten aufgegeben werden.

Auch aus theoretischer Warte spricht vieles für einen persönlichen Kodex. Als ein Grund­pfeiler der Resistenz gegen Krankheitsentstehung (Pathogenese) gilt die Fähigkeit, auf potentiell schädigende Stressoren optimistisch und lösungsorientiert zu reagieren. Die Medizin spricht hierbei von Salutogenese, weil Gesundwerdung bzw. -Erhaltung im Vorder­grund steht. Gemäß Aaron Antonovsky (1923–1994), der den Salutogenese-Ansatz populär machte, fußt diese Fähigkeit auf folgenden Faktoren: Zutrauen in eigene Erkennt­niskraft, Bewältigungsglaube und Sinngebung bezogen auf eine Lebens­situation – allesamt Aspekte, die beim Erstellen eines persönlichen Kodex eine zentrale Rolle spielen. Als Folge stellt sich das sogenannte Kohärenz-Gefühl ein, bei dem man sich mit dem Lauf des Lebens und der Dinge „einstimmig“ fühlt. Dies ist geradewegs für die Psyche höchst förderlich, was nicht zuletzt physische Herausforderungen angehen hilft.
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